Sattelpassform

Schnittstelle zwischen Reiter und Pferd

Der Sattel ist die Verbindung zwischen Dir und Deinem Pferd. Damit ihr beide euch mit ihm wohlfühlt und er keine Einschränkungen oder Schäden verursacht, muss er zu euch beiden passen.

Für Dein Pferd bedeutet ein passender Sattel vor allem eines:
Er hilft ihm, das Gewicht des Reiters gesund zu tragen – rückenschonend, mit genügend Bewegungsfreiheit und ohne schmerzhafte Druckbelastung.

Für Dich als Reiter unterstützt ein gut passender Sattel einen sicheren, ausbalancierten Sitz und ermöglicht eine feine, klare Einwirkung auf Dein Pferd.

Erfahrene Sattelfitter und Fachleute berücksichtigen bei der Beurteilung der Passform und bei der Auswahl von Sätteln eine grosse Zahl an Passformkriterien. Es können auch schon mal 80 Punkte sein, hättest Du das gewusst?

Zu essentiell wichtigen Punkten gehören unter anderem:

  • Die Wirbelsäule bzw. die Dornfortsätze bleiben frei von Druck. Von oben und auch von der Seite!
  • Der tragende Bereich des Sattels endet vor dem Ende der Brustwirbelsäule – der Sattel ist also nicht zu lang.
  • Der Kissenkanal ist ausreichend breit, um die Wirbelsäule frei zu halten, aber auch nicht zu breit.
  • Die Winkelung des Kopfeisens oder der Fork passt zum Schulterwinkel.
  • Die Winkelung des Sattelbaumes stimmt auch im Längsverlauf zum Pferderücken.
  • Die Polsterung frei von Verhärtungen, ungewollten Lücken oder gar Falten
  • Der tiefste Punkt des Sattels liegt korrekt positioniert.
  • Grösse und Ausformung des Sitzes passen zum Reiter.
  • Die Position der Steigbügelaufhängung unterstützt einen ausbalancierten Sitz.

Welche Auffälligkeiten  im Verhalten Deines Pferdes können ein Sattelproblem anzeigen?

Ein Pferd zeigt nicht immer offensichtlich, dass ihm sein Sattel nicht passt. In vielen Fällen wird „nur“ die mögliche Stufe von Losgelassenheit und die optimale Leistungsfähigkeit des Pferdes nicht erreicht.

Auffälligkeiten können sein:

  • Dein Pferd reagiert abweisend auf Berührungen im Bereich der Sattellage.
  • Dein Pferd knirscht mit den Zähnen.
  • Dein Pferd schlägt mit dem Kopf, beisst, legt die Ohren an oder schlägt mit dem Schweif – auch schon beim Putzen, Gurten und Satteln.
  • Dein Pferd löst sich schwer und hält den Rücken fest.
  • Dein Pferd zeigt klamme Bewegungen der Extremitäten.
  • Dein Pferd ist nervös oder neigt dazu, über Tempo zu gehen.
  • Dein Pferd möchte nicht richtig vorwärts gehen.
  • Dein Pferd kann sich nicht gut biegen.

Daran muss nicht der Sattel Schuld sein. Empfindlichkeiten beim Gurten zum Beispiel treten auch auf bei Magenproblematiken. Bewegungsstörungen können Blockierungen sein oder auch unerkannte Lahmheiten. Es empfiehlt sich in jedem Fall, bei solchen Auffälligkeiten die Passform des Sattels mit zu überprüfen, um den Sattel als mögliche Ursache auszuschliessen.

 

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